
Die Geschichte dieses Hauses
Plaza del Sol gehört zur Familie der handwerklichen Konservenfabriken aus dem Baskenland und der Region La Rioja, historische Zentren der Verarbeitung ibérischer Pimentos. Diese Häuser arbeiten nach Protokollen aus dem 19. Jahrhundert: Auswahl der Früchte bei präziser Reife, kontrollierte Wärmbehandlung, respektvolle Verpackung. Plaza del Sol verkörpert diese Philosophie der „Küche ohne Künsteleien", in der jede Zutat von ihrer Herkunft und ihrer Erntezeit sprechen muss.
Der Piquillo selbst – dieser kleine spitze Pimento mit dünnen Wänden – stammt aus Lodosa in Navarra, einer Region, die 1986 ihre geschützte Herkunftsbezeichnung erhielt. Plaza del Sol schöpft aus diesem regionalen Handwerk, um Konserven anzubieten, die das Produkt nicht verändern wollen, sondern es so bewahren, wie es aus der Erde kommt.
Was dieses Produkt besonders machte
Der ganze Piquillo – weder zu Paste verarbeitet noch zerschnitten – erzählt eine Geschichte der Zartheit. Sein feines, fast durchscheinendes Fleisch bei Licht schmilzt auf der Zunge ohne Adstringenz. Im Gegensatz zu fleischigeren oder schärferen Pimentos pflegt der Piquillo eine natürliche Süße, leicht gesüßt, die an Noten reifer roter Früchte erinnert, lange bevor die Schärfe kommt. Diese geschmackliche Signatur macht ihn zu einer Brücke zwischen Würzmittel und edlem Zutat.
Die Arbeit von Plaza del Sol bestand darin, diese Integrität zu bewahren: Sie nicht zu lange zu kochen, ihre schmelzende Textur zu respektieren, diese zarte Membran zu erhalten, die sich mit der Gabel schneiden lässt. 290 Gramm – ein Kellergewicht, weder zu reichlich noch zu knapp – ermöglichte, sie ohne Überengagement zu erkunden.
Wie wir sie serviert haben
Auf dem Tisch lässt sich der ganze Piquillo ohne striktes Protokoll zubereiten. Man servierte ihn als rohe Beilage, lauwarm oder bei Zimmertemperatur, um seinen eigenen Geschmack zu erkunden – eine einfache, fast asketische Geste gegenüber einem Glas Weißwein aus der benachbarten Rioja.
Die hausgemachte Füllung war naheliegend: Frischkäse und Honig, Krabbenfleisch oder Stockfischcreme, Pinienkerne und Rosinen. Der Piquillo akzeptiert großzügige Füllungen ohne seine Leichtigkeit zu verlieren.
Im Salat passte er gut zu knackigen rohen Gemüsen, Sardellen, Artischocken. Seine Süße schuf ein Gleichgewicht mit der Säure des Essigs.
Schließlich zerrissen in Streifen auf einem Spiegelei oder einer Schnitzel, brachte er eine süße und grafische Note, ohne den Rest des Tellers zu erdrücken.
Warum es unser Cellier verlassen hat
Die Rotation der Archive ist ein natürlicher Zyklus im Cellier. Plaza del Sol hatte seine Zeit der Präsenz; wir haben dieses Haus und dieses Format erkundet. Andere Pimentofabriken rufen uns zu, andere Regionen und andere Interpretationen derselben Frucht. So atmet das Cellier: Aufnahme, Wissen, Durchgang, Erinnerung.
Um mehr zu erfahren
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Das Cellier ist ein lebendiges Notizbuch: Wir archivieren aus Respekt, aber der aktive Katalog entwickelt sich weiter. Unsere aktuelle Auswahl in dieser Kategorie ansehen → · oder das komplette Cellier durchsuchen.



