Es gibt Sonntage, die nach goldenem Knoblauch, Safran und tomatengeriebem Brot riechen. In Spanien ist das Sonntagsessen kein außergewöhnliches Ereignis — es ist einfach das, was jede Woche passiert, ungezwungen, wenn sich die Familie an einem Tisch versammelt, der leicht überquillt. Dieses Menü folgt dieser Logik: eine Abfolge von Gängen, die dafür konzipiert ist, dass der Koch auch am Tisch sitzt und nicht nur am Herd steht.

4h
am Tisch, vom Wermut bis zum Kaffee
7
Gänge und Arbeitsschritte zum Vorbereiten
2
Gerichte, die vollständig am Vortag zubereitet werden

Die Abfolge, in der sie auf den Tisch kommt

Ein spanisches Familienessen folgt einem natürlichen Rhythmus. Die Aperitifzeit ist keine Formalität — sie ist der Moment, in dem die Menschen wirklich ankommen. Man stellt auf den Tisch einen frischen Wermut, ein paar marinierte Oliven, zwei oder drei Scheiben Ibérico-Schinken. Keine aufwendige Anrichtung. Nur das Nötigste, um die Hände zu beschäftigen, während die Küche sich noch organisiert.

Dann kommt die Gazpacho. Eisgekühlt serviert, in Gläsern oder tiefen Schüsseln, fungiert sie als leichte Vorspeise, die erfrischend wirkt ohne zu beschweren. Reife Tomaten, Gurke, rote Paprika, Knoblauch, Sherry-Essig, Olivenöl — die Gazpacho wird am Vortag püriert und kommt direkt aus dem Kühlschrank auf den Tisch. Das ist eines der beiden Gerichte, die Sie am eigentlichen Tag nicht belasten.

Die Kroketten kommen danach warm heraus. Die mit Ibérico-Schinken sind die Klassiker: dichte Béchamel, dünne Kruste, cremige Innenseite. Wenn Sie sie selbst machen, wird die Masse zwei Tage vorher zubereitet. Wenn Sie sie bereits paniert kaufen, reichen fünfzehn Minuten Frittieren. Sie verschwinden schnell — rechnen Sie mit einem Dutzend pro Person, wenn Ihre Familie wie meine ist.

Die Paella kommt als Nächstes, und sie strukturiert das Essen. Man braucht zwar kein Holzfeuer, um sie perfekt hinzubekommen, aber man braucht spanischen Rundkornreis — bomba oder sénia —, heißen Brühe, Safran und die Geduld, nicht umzurühren. Dazu serviert man pan con tomate (Toast, gerieben mit Tomate und Knoblauch, Olivenölstrang, Meersalz) und einen Salat aus gerösteten Paprikaschoten. Beide Beilagen können auch vorbereitet werden.

Das Dessert ist die catalanische Creme. Ähnlich wie die französische Crème brûlée, aber aromatischer — Zimt, Zitronenschale, manchmal auch Orange. Sie wird am Vortag zubereitet, ruht eine Nacht im Kühlschrank, und das Karamell wird in der letzten Minute mit einem Küchenbrenner oder einem erhitzten Löffel gemacht. Den Tisch beschließt ein starker, kurzer Kaffee auf spanische Art.

Das spanische Sonntagsessen ist eine soziale Einrichtung und ebenso eine kulinarische. Es strukturiert die Woche und erhält familiäre Bindungen auf eine Weise, die wenige andere Essriten in Westeuropa bewahrt haben. Joan Roca, Küchenchef und katalanischer Kulinarikautor

Was wann vorbereitet wird, und warum das alles ändert

Der klassische Fehler bei einem solchen Menü ist, alles am selben Morgen zu machen. So verteilt man die Arbeit richtig:

  • Zwei Tage vorher: Die Krokett-Masse wird zubereitet, gekühlt, geformt und paniert.
  • Am Vortag: Gazpacho püriert und gekühlt, Paprikaschoten geröstet und geschält, catalanische Creme in die Ramequins gegossen.
  • Am Morgen: Paella-Brühe zubereitet, Brot für das pan con tomate geschnitten, Tisch gedeckt.
  • Anderthalb Stunden vor dem Essen: Kroketten frittiert, Paella angesetzt — das ist alles.
  • Beim Servieren: Pan con tomate in der letzten Minute gerieben, Karamell der catalanischen Creme.

Diese Aufteilung verändert die Erfahrung radikal. Am Sonntagmorgen läuft der Koch nicht herum und strebt. Er kann einen Kaffee trinken, Musik anmachen, seine Gäste ohne Stress erwarten. Das spanische Brunch — wenn man diesen Aperitif, der gegen Mittag beginnt, so nennen kann — ist nie geziert, weil er nie gehetzt ist.

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Der Paella-Reis wird nicht gespült

Im Gegensatz zu anderen Zubereitungen wird bomba- oder sénia-Reis nie vor dem Kochen gespült. Die Stärke auf der Oberfläche ist genau das, was die Brühe binden und das Socarrat — diese feine goldbraune Kruste am Pfannenboden — schaffen wird. Geben Sie den Reis direkt in das heiße Sofrito, rösten Sie ihn dreißig Sekunden lang, gießen Sie dann die Brühe auf einmal hinzu. Rühren Sie nicht mehr bis zum Ende.

Das Wichtigste zum Merken

Ein spanisches Sonntagsessen steht auf zwei Prinzipien: die Vorbereitung über zwei Tage verteilen und der Versuchung widerstehen, zu komplizieren. Die Gazpacho und die gerösteten Paprikaschoten werden am Vortag gemacht — das ist nicht verhandelbar, wenn Sie entspannt am Tisch sitzen möchten. Die Paella fordert wirklich nur eine Sache: nicht umrühren. Die Kroketten lassen sich sehr gut einfrieren, falls Sie zu viele machen, was oft passiert. Und die catalanische Creme verzeiht Unvollkommenheiten — selbst ein etwas ungleiches Karamell verschwindet beim ersten Löffel.

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